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Tarifvertrag zeitarbeit baden württemberg

Nach der Arbeit trinkt ein Süddeutscher gerne ein gekühltes Bier oder ein “Viertel Liter Wein”. Am liebsten gibt es lokale Getränke, da sowohl Bier als auch Wein in Baden-Württemberg produziert werden. Die kürzlich geschlossene Vereinbarung ermöglicht die uneingeschränkte Entsendung von Leiharbeitnehmern in jedem Unternehmen für 18 Monate. Nach Ablauf dieser Frist muss das Unternehmen prüfen, ob der betreffende Leiharbeitnehmer einen direkten unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten kann. Rechtfertigen keine objektiven Gründe die Fortsetzung des befristeten Arbeitsvertrags, so ist dem Arbeitnehmer spätestens nach 24 Monaten ein unbefristeter Vertrag zu unterziehen. Gründe für die Fortsetzung eines befristeten Arbeitsvertrags können die Beschäftigung in der Projektarbeit oder die Leiharbeitnehmer sein, die festangestellte Sendekräfte im Zeiturlaub ausstellen. Künftig soll die juristische Fiktion wiederbelebt werden. Nach den Paragraphen 9 Nr. 1b, 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG-Entwurf gilt bei Überschreitung der maximalen Mietdauer ein Arbeitsverhältnis, sofern der Zeitarbeitnehmer dem nichts einwirkt. Am 19. Mai 2012 haben der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, Südwestmetall und die IG Metall in ihren jüngsten Verhandlungen einen Kompromiss erzielt. Die getroffene Vereinbarung dient auch als Pilotprojekt für andere Gebiete des Landes, wobei Bayern, Nordrhein-Westfalen und andere Regionen ihre Bedingungen übernehmen.

In den fünf Verhandlungsrunden organisierte die IG Metall Warnstreiks mit rund 800.000 Beschäftigten. Insgesamt betreffen die neuen Vereinbarungen rund 3,3 Millionen Beschäftigte in der Branche. Im Februar 2012 schlossen sich die Leiharbeitsarbeitgeber zur Tarifgemeinschaft Leiharbeit (VGZ) zusammen. Das VGZ setzt sich zusammen aus dem Bundesverband der Arbeitgeberverbände für Personaldienstleistungsunternehmen und private Arbeitsagenturen (BAP) und dem Verband Deutscher Zeitarbeitsfirmen (iGZ). Martin Kannegiesser, Vorsitzender der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie (Gesamtmetall), empfahl in einer Presseerklärung anderen Tarifverhandlungsregionen, die Bestimmungen des Pilotvertrages in Baden-Württemberg zu übernehmen. Er forderte auch ein Ende der politischen Debatte über die Einführung eines nationalen Mindestlohns für Leiharbeit, da zwei neue Vereinbarungen Leiharbeitnehmern eine bessere Bezahlung und die Aussicht auf eine Aufnahme als festangestelltes Personal garantierten. Ähnlich wie vor 2003 gilt eine vorherige Versorgung der Arbeitnehmer durch denselben oder einen anderen Anbieter in vollem Umfang für jede Höchstdauer, wenn zwischen den einzelnen Einsätzen keine Wartezeit von mehr als sechs Monaten vorliegt. Es ist bemerkenswert, dass durch die Einbeziehung dieser Regelung über das vorherige Angebot von Arbeitnehmern eine Forderung der Sozialdemokratischen Partei (SPD) während der Koalitionsgespräche wiederbelebt wurde, die dann nicht in die endgültige Fassung des Koalitionsvertrages einging.